In Rodi tauchte gerade der Bus auf, weswegen sich die Frage erübrigte, ob denn noch 2 Stunden weiter nach Faido gewandert werden sollte oder nicht.
Die Strada alta führt hoch oben der oberen Leventina entlang, vorbei an kleinen Weilern wie Deggio, Catto, Ronco oder eben San Martino, Ansammlungen von hübschen Holzhäusern und meist einer kleinen Kirche. Alle 2 Stunden sammelt ein Bus die Fahrgäste ein, sollte es denn welche geben, und bringt sie hinunter ins Tal nach Ambri, oder wieder hinauf. Die politische Selbstständigkeit ist schon lange dahin, sie gehören zur Gemeinde Quinto oder zu Airolo, wo die Schulen und andere Infrastruktur ist.
Von den Terrassen schweift der Blick nach unten zum verbauten Talboden, der von der Nord Süd Achse geprägt ist, der Lärm der Autobahn mag an seltenen Stellen bis hier nach oben dringen, doch generell ist es ruhig und verlassen.
Nach Catto verschwand der Weg im hohen Farngebüsch und wurde nicht gefunden, was den Abstieg ins Tal nach Rodi bedeutete, so mutig wie Indiana Jones war der Wanderer auch nicht.
Seit die Züge durch den Basistunnel fahren, verlor Airolo viel an Bedeutung, alle Stunde ein Zug nach Norden und nach Süden. Auch der Gütertransport auf der Schiene wurde verlagert, der Verlust von Arbeitsplätzen führte zu Abwanderung, was sehr schade ist.