Riquewhir

Der Weinbau im Elsass ist alt; man vermutet, dass bereits die Kelten Wein anbauten; später förderten die Römer die Produktion des Saftes, bevor in den Wirren des Zusamenbruches vieles verloren ging.
Mit den Mönchen im 7. Jh. wurde das alte Wissen wiederbelebt und die Gegend gedieh prächtig. Im Gegensatz zum Rest des Landes werden vorallem Weissweine angebaut, ein Einfluss der Deutschen Nachbarkultur. Heute verbindet die Weinstrassse die kleinen Winzerdörfer, und Touristen werden in den Weinkellern eingeladen, die Vielfalt und Geschmack der Produkte zu degustieren.

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Eines dieser hübschen Örtchen ist Riquewhir, ein Hotspots auf der Weinstrasse uns Mitbewerber bei Villes et Villages Fleuris; das im 12. Jh. gegründetet Städtchen unter dem Namen Reichenweiher lädt zum Schlendern, Essen und eben Weinkosten ein, was böse enden kann.

Koenigsbourg

Die Lage auf 800 m.ü.M. mit Blick auf die Ebene war ideal, um eine Burg zu erbauen. Nicht erstaunlich, dass im 12. Jh. die Hohenstaufen Steine den Berg hoch schleppen liessen und die Anlage erstellen liessen. Über die Habsburger gelangte die Befestigung an die Tiersteiner, die die Burg nach einem Brand wieder aufbauten und erweiterten. Im 30. jährigen Krieg eroberten die Schweden die Gegend und zerstörten die Feste. Gut 40 Jahre nach Friedensschluss fiel das Gebiet, das vorher zum Römischen Reich Deutscher Nation gehörte, an Frankreich; Louis XIV, obwohl katholisch, hatte aus Macht politischen Gründen auf Seiten der Protestanten in den Krieg eingegriffen und erhielt als Belohnung das Elsass. Die Burgruine dämmerte über 2 Jahrhunderte vor sich hin, bis nach dem Deutsch- Französichen Krieg das Elsass an das Deutsche Reich abgetreten werden musste. Aus Gründen der Eitelkeit förderte der damalige deutsche Kaiser den Wiederaufbau und Restauration vieler Burgruinen in der Region, um zu zeigen, dass ursprünglich deutsche Adelsfamilien die Region beherrschten.

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Heute, nach manchen grossen Kontroversen, gehört die Anlage dem französischen Staat und steht unter Denkmalschutz. Sie ist einer der Touristenmagente der Region und sehr sehenswert.

Sempach

Ein netter, kleiner Flecken Erde ist das Städtchen, gemächlich und ruhig. Bekannt durch die Auseinandersetzungen im 13. Jh zwischen den Habsburgern und vorallem der Stadt Luzern, die ihren Herrschaftsbereich erweitern wollten, was den Adligen auf dem Land gar nicht passte, was dann wiederum in der Schlacht bei Sempach und mit der Niederlage der Habsburger endete.
Erhalten sind die beiden Stadttore, ein bischen Mauer, der Hexenturm und die kleine Innenstadt.

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Die Lage am südlöstlichen Seeende ist sehr hübsch, wobei sich die Wasserqualität in den letzten 40 Jahren wieder erholt hat. Auf Grund des zu hohen Nitratgehaltes, zugeführt von Landwirtschaft und Haushalt in Form von Abwässern, kollabierte der See, d.h. die Fische starben. Aufwendig wurde er wie die anderen Seen in der Gegen belüftet und reanimiert. An einigen Stellen allerdings sollte doch auf das Baden verzichtet werden; der See, ein Produkt der letzten Eisszeit und eingebetet in einer Moränen Landschaft, besitzt keine grossen Zu- oder Abflüsse. Nur ein paar Bäche füttern ihn mit Frischwasser, naja Wasser, angereichert mit den Nährstoffen der Landwirtschaft. Der Abfluss bei Sursee, der notabene Sur heisst, dämpelt als Dorfbach durch dieses Städtchen, bevor er nach Norden drehend irgendwann die Aare erreicht.

Kandinsky

Das Ehepaar Merzbacher liebt offenbar Kandinsky, diesen Wegbereiter des Expressionismus: In der Ausstellung im Kunsthaus sind gleich mehrere Werke zu sehen, die aus der Sammlung ausgeliehen wurde. Kunst sammeln ist die Leidenschaft des Mäzen, der sein Geld im Pelzhandel verdient hat und heute hochbetagt auf dem Land lebt.
Das Museum war gut besucht, was nicht verwundert, da das Kunsthaus zusammen mit dem Zoo die Magnete in der langen Nacht der Museen bildet.
Im kleinen Nischenmuseum für Völkerkunde verloren sich nur wenige, was insofern schade war, da draussen im alten botanischen Garten exzellentes afrikanisches Essen angeboten wurde.

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Der Zoo bei Nacht ist einmalig, die meisten Tieren sind gar nicht sichtbar, da sie irgendwo im Stall oder in einer Nische dösen; im Savannengehege erbarmen sich wenigstens die Nashörner, denen der Lärm egal schien und einfach auf dem Boden ihren Schlaf abhielten. In der Ferne stampfte noch ein Zebra umher, aber sonst war wenig los. Für die Besucherscharen waren es wahrscheinlich das Highlight der Nacht, auf den düsteren Wegen durch das weitläufige Gelände zu wandern.

Sunset

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Elvis

Elvis, auch so ein langer Film, der irgendwie etwas über das Leben diese Künstlers erzählt, lange, pompös, glamourös. Schade, dass die wirklich interessanten Stellen der Handlung nur kurz angeschnitten werden wie die Zeit in den Südstaaten in den 50. iger Jahren, die musikalischen Wurzeln, die Diskrepanz zwischen Kunst und Kommerz, der Druck, Erfolg haben zu müssen.
Irgendwie in typischer, oberflächlicher Film unserer Zeit.

Wassen

Seit die Bahn unten durch den Berg fährt, dürfte auch dieser berühmte Sketch über die Kirche von Wassern langsam in Vergessenheit geraten; um die beträchtliche Höhendifferrenz von 600 m zu überwinden, wurde bei diesem Dörfchen Kehrtunnels gebohrt, womit die Gemeinde und eben die Kirche auf dem Hügel vom Zug aus dreimal sichtbar sind.
Die Enge, Kargheit und Steilheit des oberen Reusstales sind sehr beeindruckend, jeder Meter Boden musste dem Berg abgetrotzt werden. Die Schautafeln entlang des Weges erzählen vom Bau der Eisenbahn, von den ersten kleinen Fabrikbetrieben wie Steinbruch oder Karbidfabrik, von der Bedeutung des Weges hinüber nach Norditalien.

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Vor gut 150 Jahren wurde der Fahrtweg zwischen Flüelen und der Leventina durchgängig, mit der Postkutsche dauerte eine Reise von Luzern nach Mailand über 30 Stunden; die Reise war gefährlich wegen Steinschlägen, Wetterumbrüchen, Schnee und Regen.
Mit der Eröffnung des Bahntunnels verschwanden die Pferde, mit der Fertigstellung der Autobahn ist die Gegend nur noch Durchfahrtsmöglichkeit.

Chiornico

Chiornico liegt auf der Hügelkuppe, die die mittlere Leventina von der unteren trennt; entstanden ist diese Hügelkuppe offenbar durch einen Felssturz, der das Tal blockierte und den Fluss Ticino zwang, einen neuen Weg nach Süden zu graben, wodurch die Biaschina Schlucht entstand. Durch dieses kleine Dörfchen mit sienen braunen Holzhäusern fliesst der Ticinetto, ein steiler Gebirgsbach, der das Val Chiornico entwässert. Die grossen Verkehrsachsen, Eisenbahn und Autobahn, untertunneln diese Blockade, nur die Wanderwege führen durch Kastanienwälder über die Kuppe.

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Unten im Tal, am oberen Ende der unteren Leventina, liegt das Dorf Giornico, bekannt für sein Schlachtfeld in den Mailänderkriegen und bekannt auch für seine Weinberge, wobei letzteres ein Insidertipp ist. Vor gut 500 Jahren gab es da ein Gerangel um die Vorherrschaft des Tales zwischen den Innerschweizern und dem Herzog von Mailand; diese Kriege im Kontext der Grossmachtpolitik zwischen Franzosen und Habsburgern zogen sich über 30 Jahre hin, und brachten als eines der Ergebnisse die Vorherrschaft der Eidgenossen über die Leventina.